VPKV e. V.
Verein zur Förderung der Methode Puppenspiel
in der Kriminal- und Verkehrsprävention (VPKV)

Landesvertretung Rheinland-Pfalz

Michael Meyer Polizei Rheinland-Pfalz michael.meyer (at) vpkv.de
Katrin Mülberger Polizei Rheinland-Pfalz katrin.muelberger (at) vpkv.de


Der Orient – am Hahn?

So etwas hatten wir noch nie gesehen, am Flughafen Hahn (Hunsrück) entstand eine Zeltstadt für ca. 700 ständige Bewohner. Es dauerte nicht lange bis die Rufe aus der Polizeiwache Hahn und der Polizeiinspektion Simmern laut wurden: „Hier laufen die Leute kreuz und quer über die Bundesstraße 50 und den Zubringer zum Flughafen. Die Bewohner der Zeltstadt sind mit unserem Verkehr überfordert. Wir müssen da dringend was tun, bevor uns jemand überfahren wird!“

Doch zunächst galt es die Dinge vor Ort aufzuklären: Welche polizeilichen Probleme gibt es? Wie leben 700 Menschen aus verschiedenen Nationen in Zelten? Wie reagieren sie überhaupt auf Polizisten im Camp? Ist eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber überhaupt der richtige Ort für Präventionsarbeit? Wenn ja, wie könnte die aussehen? Arabisch, Kurdisch, Farsi oder auch Paschtu kann niemand von uns. Anfang September machten sich Dietrich Viebranz und Michael Meyer von der Puppenbühne auf den Weg in die AfA Hahn 1. Begleitet wurden wir von Bernd Linn von der Polizeiwache Hahn, dem polizeilichen Ansprechpartner der AfA vor Ort.

Wir fanden dort Menschen vor, welche überwiegend aus Syrien, dem Irak, dem Iran und aus Afghanistan stammten und die, nach unseren Maßstäben gemessen, unter sehr schwierigen Zuständen in Großraumzelten wohnten. Je Zelt weit mehr als einhundert Menschen. Zunächst wurden wir von den neuen Bewohnern der Zeltstadt argwöhnisch beobachtet. Sollte man uns trauen? Was hatten sie von uns zu erwarten? Nach ihren bisherigen Erfahrungen mit der Polizei in ihren Herkunftsländern sicherlich nichts Gutes. Wieder im Büro ging die Planungsarbeit los. Wie sollten wir unsere Botschaften vermitteln? Wie Vertrauen und Zugang gewinnen? Unser Englisch aus der grauen Schulvorzeit musste genügen. Bilder mussten sich möglichst selbst erklären. Präsentationen mussten Raum und Zeit für Dolmetscher lassen. Vertrauen und den Zugang zu den Menschen wollten wir zuerst über die Kinder finden. Parallel wollten wir mit der Polizeiinspektion Simmern eine Beschulung für Erwachsene erstellen. Wir waren uns einig, es konnte nur eine absolute Basic-Beschulung werden, beschränkt auf die Themen Fußgänger und Radfahrer. Eine hierfür vorgesehene PowerPoint-Präsentation sollte in drei Sprachen vorhanden sein. Andere Präventionsthemen sollten nach der Aufnahme der Menschen in die Kommunen erfolgen. Am 17.09. war es zum ersten Mal soweit.

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Die Puppenbühne machte den Kindern und deren Eltern das Angebot, mit uns zusammen einfache Marionetten zu basteln, die die Kinder später behalten durften. Parallel dazu hielten die Kollegen der Polizeiinspektion Simmern den Basic-Kurs als Verkehrstraining. Die ersten „Gehversuche“ auf unbekanntem Terrain machten uns allen Mut weiter zu machen. Zwischenzeitlich finden fast wöchentlich Präventionsangebote aus Vertrauensbildung, Puppenspiel und Verkehrs-Basic-Beschulung durch die Polizei in den AfA’en statt. Zu Anfang stand ein schier unübersichtlicher Berg von Befürchtungen, neuen Situationen, Ängsten und Vorurteilen vor uns. Mit dem Vorsatz uns dem „Orient am Hahn“ zu stellen, haben wir die Ärmel hochgekrempelt und haben einfach losgelegt. Wir haben vieles ausprobiert und wieder verworfen, vieles gelernt und so gut wie nie eine Enttäuschung erlebt. Jetzt führen wir den Basic-Kurs (wenn der örtliche Kollege mal nicht kann) durch, basteln mit Kindern und Eltern Handpuppen, spielen für die Kinder Figurentheater oder lassen auch die Flüchtlingskinder aus ihrer Sicht Theater mit unseren Lernzielen für andere Kinder spielen. Aus dem jetzigen Blickwinkel betrachtet, haben wir überwiegend nette und neugierige Menschen erlebt, mit denen wir auch so manches Mal gelacht haben. Wir haben allesamt ein richtiges Abenteuer erlebt.

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Ab Ende November 2015 haben wir vom Führungsstab den Auftrag, die gesamte Präventionsarbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen des kompletten Präsidiums (mittlerweile 9 Stück an der Zahl), zu initiieren, zu koordinieren und fachlich zu begleiten. Zu den örtlichen Dienststellen hat sich hier für die Puppenbühne ein ganz neues Verhältnis entwickelt. Das Abenteuer geht also weiter!

Michael Meyer- Polizeipuppenbühne Koblenz

© VPKV e.V. – 2016/Kr.

Gelebte Kooperation der Puppenbühnen in Rheinland-Pfalz beim Kinderfestival des Landessportbundes

 

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Die Polizeipuppenbühne Koblenz im Film...

Hier wird sichtbar, was eine fundierte Ausbildung, laufende Fortbildung und eine ständige fachliche Beratung und Unterstützung durch den VPKV ausmacht. Derartige Ergebnisse sind ohne einen Partner wie den VPKV nur schwer erzielbar. Gewinnen Sie selbst einen kleinen Eindruck....

 

 

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"Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. würdigt die außerordentlichen Verdienste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeipuppenbühnen Rheinland-Pfalz und verleiht ihnen den Kinderschutzpreis"

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeipuppenbühnen bringen mit der Methode des pädagogischen Puppenspiels Kindern im Vorschulalter schwierige Themen wie Verkehrssicherheit und Kriminalprävention nahe, um sie für verschiedene Gefahren zu sensibilisieren. Partizipation wird großgeschrieben: Die Kinder suchen gemeinsam mit den Puppen nach Verhaltensregeln und Problemlösungsmustern. Die Lernerfolge sind nachhaltig, weil die Kinder emotional bewegt sind und sie somit auf Verstandes- wie auch Gefühlsebene gleichermaßen angesprochen werden. Ziel der Puppenbühnen ist, alle Kinder in Rheinland-Pfalz zu erreichen und eine positive Beziehung zur Polizei aufzubauen."

So die Worte aus der Verleihungsurkunde. Am 27. November 2014 wurden die fünf Polizeibühnen aus Rheinland-Pfalz mit dem Kinderschutzpreis des Deutschen Kinderschutzbundes -Landesverband Rheinland-Pfalz- ausgezeichnet. Im Schloss Waldthausen, bei Mainz, wurde die gesamte Puppenspielmannschaft im Beisein des Innenministers Roger Lewentz und der Kinder- und Jugendministerin Irene Alt geehrt. Neben weiteren Politikern und Vertretern aus der Kinder- und Jugendarbeit, war fast die gesamte Führungsebene der Polizei während des Festaktes anwesend. Der VPKV war ebenfalls durch das Vorstandsmitglied Michael Kressin und unser Ehrenmitglied Heinrich Klockenbusch vertreten.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde den Gästen seitens der Puppenbühne Mainz mit dem Stück "Lalilu meines Vaters Schuh...", ein Figurentheaterstück für Erwachsene, auf eindringliche Weise die Methode Puppenspiel bei dem Thema sexueller Missbrauch demonstriert.
In seiner Dankesrede, stellvertretend für die Preisträger, hob Michael Meyer hervor, dass er in seinem eigenen Rückblick auf 20 Jahre Präventionsbühnen ein ständiges Auf und Ab erlebt habe. Besonders dankte er denjenigen, die ihm und seinen Kollegen immer wieder Mut gemacht haben, sich auch persönlich und ehrenamtlich für die Methode Puppenspiel bei der Polizei einzusetzen.

 

Nachfolgend eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz vom 14.08.2014:

Das Rollende Klassenzimmer 2.0 – Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

VPKVIm Rahmen des Rheinland-Pfalz-Tag in Neuwied wurde der neue Bus der Polizeipuppenbühne des Polizeipräsidiums Koblenz durch den Innenminister Lewentz in Dienst gestellt.
In der vergangenen Woche fand der erste „Echteinsatz" statt. Die Polizeipuppenspieler waren mit ihrem Präventionsprogramm im Kindergarten in Kirchen zu Gast.

Bereits seit dem Jahr 1982 arbeitet das Polizeipräsidium Koblenz erfolgreich mit den Mitteln des Puppenspiels in der Prävention. Jährlich finden etwa 130 bis 150 Veranstaltungen vorwiegend in Kindergärten statt. Ziel ist es, möglichst jedes Kind einmal zu erreichen, bevor es in die Schule kommt. Mit großer Begeisterung nehmen die Kleinen spielerisch wichtige Verhaltensweisen an, die sie im Straßenverkehr aber auch zum Beispiel im Umgang mit Fremden schützen. Das spielerisch Erlebte wird besprochen und anschließend in praktischen Übungen angewendet.

Auch die Eltern stehen im Fokus.
Jede Veranstaltung beinhaltet einen Part, in dem der Vorbildcharakter der Eltern verdeutlicht wird. Darüber hinaus müssen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern sensibel sein, um Gefahren zu erkennen. Gerade wenn Kinder Opfer von Straftaten werden und aus Scham nichts erzählen, sind es manchmal nur kleine Verhaltensänderungen, die es zu erkennen gilt.

vpkvDie Polizei hält es für ganz besonders wichtig, gerade an dieser Stelle für die jungen Menschen in die Gefahrenvorsorge zu investieren. Jeder Verkehrsunfall, jede Verletzung und jede Straftat ist meist auch mit einem persönlichen Schicksal verbunden.

Alles, was vorher in die Gefahrenvorsorge eingebracht werden kann, zahlt sich später mehrfach aus, menschlich und auch volkswirtschaftlich.

Im Jahr 2002 wurde die Idee geboren, einen umgebauten Linienbus für das Puppenspiel zu nutzen. In Zusammenarbeit mit der Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz konnte dies seinerzeit realisiert werden.


Das erste rollende Klassenzimmer ist allerdings in die Jahre gekommen. Der technische Zustand ließ einen weiteren Betrieb nicht mehr zu, so dass im vergangenen Jahr die Entscheidung getroffen wurde, auf Grund der bisher sehr guten Erfahrungen einen „neuen" gebrauchten Bus herzurichten.

Die tolle Außenfassade des Rollenden Klassenzimmers 2.0 wurde durch einen Malwettbewerb kreiert.
Daran haben sich rund 500 Schülerinnen und Schüler der Gutenberg Grundschule und der Nelson-Mandela-Realschule Dierdorf beteiligt.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

 

Die Polizeipuppenbühnen in Rheinland-Pfalz standen Ende 2011 vor dem Aus!

Als Gründe für die Maßnahme wurde die prekäre Finanzlage des Landeshaushaltes angeführt. "Die Polizei hat landesweit einen Stellenüberhang von ca. 500 Beamten und der Haushalt muss ressortübergreifend in den nächsten Jahren über 200 Millionen Euro einsparen", so allgemeine Verlautbarungen.

Proteststurm rettet die Puppenbühnen vor dem Aus!

Puppenbühne Trier