VPKV e. V.
Verein zur Förderung der Methode Puppenspiel
in der Kriminal- und Verkehrsprävention (VPKV)

Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern

Guido Nowak Polizei Mecklenburg-Vorpommern gdnowak (at) aol.com
Christian Sofke Polizei Mecklenburg-Vorpommern soffiliebling (at) gmx.de

 

PRÄVENTION MIT DER POLIZEIPUPPENBÜHNE MECKLENBURG - VORPOMMERN
DIE POLIZEI - FREUND UND HELFER - EINMAL ANDERS

Aktuell: Zum NDR-Beitrag - Polizei lässt die Puppen tanzen


Polizeipuppenbühne in Mecklenburg-Vorpommern Polizeipuppenbühne in Mecklenburg-Vorpommern
Link zur Polizeipuppenbühne Mecklenburg-Vorpommern


Die Polizeipuppenbühne in Mecklenburg-Vorpommern (MV) wurde seinerzeit mit Unterstützung der Landespolizei SH (Polizeipuppenbühne Neumünster) aufgebaut. Die erste Vorstellung wurde, am 06.06.1995 in Rostock-Lichtenhagen, durch den damaligen Innenminister Rudi Geil feierlich begleitet.

Nach einigen Startschwierigkeiten ging es richtig los. Einige Akteure der ersten Truppe verließen die Bühne bald aber es kamen neue Akteure und die blieben. Nach den ersten Jahr, wurde die Polizeipuppenbühne ein fester Bestandteil der Landespolizei und erhielt den Namen “Polizeipuppenbühne der Landespolizei MV“ mit Sitz in Rostock. Aufgabe der Puppenbühne ist es, den Anteil der Polizei an der Verkehrsunfallprävention bei der Verkehrserziehung in Kindergärten und Schulen im Land Mecklenburg Vorpommern zu leisten. Auf diese Arbeit bauen die Verkehrslehrer im Land auf und machen die praktischen Übungen in der Verkehrswirklichkeit mit den Kindern (Eltern) als Nachbereitung.

Mehrfach wurde durch die Polizeiführung des Landes versucht eine zweite Bühne in Mecklenburg-Vorpommern aufzubauen, dies scheiterte jedoch immer am Landeshaushalt. Im August 2004 wurden die Aufgaben und Zuständigkeiten in der der Prävention im Land MV neu aufgestellt. Seit diesem Zeitpunkt ist das Landeskriminalamt (LKA) für die Verkehrs/- und Kriminal/-prävention zuständig, somit auch für die Polizeipuppenbühne MV. Der Dienstort verlagerte sich von Rostock nach Rampe bei Schwerin. Ab dem Zeitpunkt der Zugehörigkeit zum LKA ist eine der Aufgaben der PPB auch neue Stücke für die Kriminalprävention zu entwickeln. Es entstanden inzwischen mehre neue Stücke für die Kriminalprävention, die seit 2005 gespielt werden. So z. b.: Verhalten im Umgang mit fremden Personen (5-10 Jahre), Diebstahl- und Sachbeschädigung (7-10 Jahre) und Gewalt in der Peer-Group (5-10 Jahre). Seitdem bereist die Polizeipuppenbühne das Land, um Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren für Themen der Verkehrs- und Kriminalprävention zu sensibilisieren. Mit dem Einsatz von Handpuppen gelingt es, diese Themen für Kinder anschaulich zu gestalten. Nicht nur im eigenen Land werden wir immer sehr gerne gesehen. Auch bei Gastspielen in anderen Bundesländern, wie z. b. Wilhelmshaven (NS), Dortmund und Detmold (NRW), Nürnberg und Weiden (BY) und Riesa (Sachsen) war unser Spiel stets willkommen.

    

So sind in den Jahren viele neue Puppenstücke entstanden, die auch immer noch von den Einrichtungen im Land angefordert werden. Nicht nur die Stücke und die Themen haben sich verändert, auch bei den Puppenspielern war das so. Einige hatten zwischenzeitlich neue Aufgaben gesucht und gefunden, aber zum 20 Jubiläum der Polizeipuppenbühne im Juni 2015 waren fast alle wieder da.

Nachdem wir unser 20-jähriges Jubiläum hinter uns hatten, dachten wir zwar es wird nun etwas ruhiger aber es kam ganz anders! Im September 2015 gab es eine Anfrage vom Flüchtlingsrat Schwerin an unsere Vorgesetzten, „ob die Polizeipuppenbühne nicht auch etwas für die Flüchtlingskinder machen kann?“ Wir erhielten umgehend den dienstlichen Auftrag von der Leitung des LKA! Als Termin hatte man sich dort Ende November 2015 notiert.

Dieser Auftrag stellte uns vier Puppenspieler vor eine schöne, aber auch große Herausforderung: Welche Thematik wollen wir vermitteln? Welche Inhalte brauchen Flüchtlingskinder? Welche Altersgruppe wollen wir ansprechen? Und vor allem: Wie vermitteln wir die Botschaften über die Sprachbarrieren hinweg? Es dauerte nicht lange und wir kamen zu der Überzeugung, es können nur die grundlegenden Verhaltensweisen im Straßenverkehr sein!. In nur sechs Wochen wurde ein Stück für Kinder bis zu 10Jahren entwickelt und Kulissen nebst Hilfsmitteln (Bildtafeln) hergestellt. Der normale Spielbetrieb ging natürlich weiter und so mussten wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit proben. In den zahlreichen Probestunden – weit über die Dienstzeit hinaus - wurde uns mehr und mehr klar, dass die Kinder gar keine oder nur sehr geringe Kenntnisse der deutschen oder englischen Sprache besitzen und Texte könnten unmöglich in zig Sprachen übersetzt werden. Völlig nonverbal zu spielen ist aber auch sehr schwer und für uns ungewohnt. Da das Stück mit viel Sprache zu kompliziert wird, wollten wir nur zu Anfang ein paar einleitende Worte sprechen (übersetzen lassen) und diese mit Texttafeln unterstützen. Wir erstellten letztendlich ein stark sprachreduziertes Stück.. die Bilder sollten für sich selbst sprechen.

Am 28.11.2015 war es dann in der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz bei Schwerin soweit. Im Rahmen einer Weihnachtsfeier für Flüchtlingskinder sollte unser Stück Premiere haben. Wir staunten nicht schlecht, als uns über 100 Zuschauer (zum Glück eine fast homogene arabische Gruppe) erwarteten: Kinder, Eltern und Helfer. Die einleitenden Sätze wurden mittels Dolmetschers also ins Arabische übersetzt. In unserem ca. 15-minütgen Stück vermittelten wir die Bedeutung der Ampel und wichtige Verkehrsschilder für Fußgänger, Radfahrer und die Notwendigkeit des Fahrradhelms. Und wieder verblüffte man uns, nämlich als zwischen den einzelnen Sequenzen alle applaudierten.

Auch der anwesende Ministerpräsident, Herr Erwin Sellering, zeigte sich begeistert über unsere Leistung.

Mit diesem „nonverbalen“ Stück betraten wir komplettes Neuland in der Präventionsarbeit in unserem Land. Damit hat die Polizeipuppenbühne eindeutig bewiesen wie erfolgreich wir mit unserer Arbeit sind. Natürlich gab es in der Zwischenzeit noch einige Vorstellungen dieser Art für Flüchtlingskinder.

Link zur Polizeipuppenbühne Mecklenburg-Vorpommern

Juni 2015 - 20 Jahre Präventionsarbeit mit der Polizeipuppenbühne